Moosbeere

Vaccinium oxycoccos, V.microcarpum

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Typische Merkmale:
Die Großfrüchtige Moosbeere ist ein 10–80 cm langer Strauch, der sich am Boden schlängelnd ausbreitet. Die Blätter überwintern, sind 6–15 mm lang, oval oder elliptisch, an der Oberseite glänzend grün und an der Unterseite weiß. Die rosafarbenen Blüten stehen entweder in Paaren oder in kleinen Gruppen an den Spitzen der Zweige. Die Blütezeit der Gewöhnlichen Moosbeere ist von Juni bis Juli. Die Beere ist kugelförmig und 10–15 mm dick oder tropfenförmig zur Spitze oder zum Ansatz hin breiter werdend. Sie hat eine rote oder dunkellila Farbe und ist vom Geschmack her sauer.

Die Kleinfrüchtige Moosbeere ist ein deutlich zierlicherer, 10–30 cm langer Strauch, der sich am Boden schlängelnd ausbreitet. Die Blätter überwintern, sind 3-8 cm lang und länglich-eiförmig. Die Blüten der Kleinfrüchtigen Moosbeere stehen gewöhnlich einzeln im Strauch. Sie sind dunkelrot und blühen von Juni bis Juli. Die Beeren sind viel kleiner als die der Großfrüchtigen Moosbeere. Sie sind tropfenförmig, rot oder schwarzrot und vom Geschmack her mild.

Standorte:
Die Kleinfrüchtige Moosbeere findet man am häufigsten in Nordfinnland. Die Großfrüchtige Moosbeere wächst, außer im nördlichsten Lappland, in ganz Finnland in nährstoffarmen, lichtreichen Neva-Mooren (Niedermoortyp) und Kiefernmooren. Die Kleinfrüchtige Moosbeere wächst dagegen auf trockenerem Grund. Die Vorkommen der Moosbeere sind in den letzten Jahren durch Sumpfentwässerung und Torfentnahme zurückgegangen.

Ernteperiode:
Besonders ertragreich ist die Moosbeerernte an Tümpeln und Seen in Neva-Mooren und in feuchten offenen Sümpfen. Sammeln kann man die Moosbeere von Ende September bis zum Eintritt der Schneeperiode und im Frühjahr unter der Schneedecke. Lohnend ist es auch, Moosbeeren nach dem ersten Frost im Herbst sowie im Frühjahr zu sammeln, wenn der Zuckergehalt gestiegen und der Säuregehalt gesunken ist. 
Nährwert:
Die Moosbeere ist wie die meisten Wildbeeren eine gute Vitamin-C-Quelle. Die hartschalige Beere ist auch eine gute Ballaststoffquelle. Der säuerliche Geschmack rührt von verschiedenen natürlichen Säuren her: Apfel-, Zitronen- und Benzoesäure. Als typische Polyphenolverbindungen enthält die Moosbeere Flavonole wie Quercetin und Myricetin. Weitere bei der Moosbeere nachgewiesene Polyphenole sind Lignane und Proanthocyane. 

Verwendung:
Moosbeeren werden für Beerensuppen, Breie, Ofengerichte und Backwaren verwendet. Sie enthalten von Natur aus in Beeren vorhandene, konservierende Benzoesäure. Im Herbst gesammelte Moosbeeren weisen einen hohen Anteil an Pektin auf, das den Geliervorgang fördert. Aus diesem Grunde lassen sie sich ausgezeichnet zu Gelee und Marmelade verarbeiten. Im Frühjahr gesammelte Moosbeeren sind süßer und eignen sich zur Herstellung von Säften oder Sima, dem traditionellen finnischen Frühlingsgetränk.