Sanddorn

Hippophaë rhamnoides

Typische Merkmale:
Der Sanddorn ist ein 0,5–3 m Meter hoher Strauch mit dornigen Ästen. Die Blätter sind 1–5 cm lang, schlank und linealisch. Auf der Oberseite sind die Blätter grünlich grau, auf der Unterseite variiert die Farbe von silbergrau bis rostbraun. Der Sanddorn blüht im Mai, vor dem Aufbrechen der Blätter. Die Pflanze ist zweihäusig und windbestäubt: die Stempel- und Staubblüten befinden sich auf getrennten Exemplaren. Die Blüten sind klein (etwa 3 mm) und von der Farbe her gelb. Die Frucht ist eine längliche, saftige Steinfrucht (8–10 mm) von orangegelber oder gelber Farbe.

Standorte:
Der Sanddorn ist in den Küstenregionen des Bottnischen Meerbusens und auf den Ålandinseln heimisch. Am besten wächst er an steinigen Sand- und Kiesufern. Ein im Wurzelwerk des Sanddorns lebendes, zu den Strahlenpilzen gehörendes Bakterium bindet den Stickstoff aus der Luft, sodass die Pflanze auch auf nährstoffarmem Untergrund wachsen kann. Der Sanddorn benötigt zum Wachsen reichlich Sonnenlicht. 

Ernteperiode:
Mit dem Sammeln der wild wachsenden Sanddornbeeren kann im Oktober begonnen werden, wenn die Früchte möglichst reif sind und sich leicht vom Stiel lösen lassen. Besonders gern werden die Beeren nach dem ersten Frost gesammelt. Sanddornsträucher sind stachelig und dicht verzweigt, sodass das Sammeln der Beeren recht mühsam ist. Die Beeren werden mit der Hand gepflückt oder mit einem Stock abgeschlagen und in Behältern aufgefangen. Das Abbrechen von Ästen beim Beerensammeln an heimischen Sanddornsträuchern und das Ausquetschen am Ast sind verboten.

Nährwert:

Die Sanddornbeere ist die nahrhafteste unter allen wild wachsenden Beeren. Sie enthält reichlich Vitamin C und E, Ballaststoffe sowie für den Organismus nützliche Fettsäuren. In 50 g der Frucht ist ebenso viel Vitamin C enthalten wie z. B. in einer mittelgroßen Apfelsine. Das in erster Linie aus ein- oder mehrfach ungesättigten Fettsäuren bestehende Fruchtfleisch- oder Samenöl macht 4–7 %  des Gewichts des Sanddorns aus.

Verwendung:
Die Lebensmittelindustrie verarbeitet Sanddornbeeren zu Püree, Kompott, Beerenpulver und Saft. Sanddornöl wird bei der Herstellung von Nahrungsergänzungsmitteln und Kosmetikprodukten verwendet. Die Beeren können pur gegessen werden, zum Beispiel als Zusatz für Breie oder Joghurt. Zur Aufbewahrung werden sie zu Saft und Kompott eingekocht, getrocknet oder eingefroren.