Krähenbeere

Empetrum nigrum

Typische Merkmale:
Die Krähenbeere ist ein 10–30 cm hoher Strauch mit überwinternden Blättern. Die Blätter sind sitzend, 3–7 mm lang, nadelartig, hohl und haben auf der Unterseite einen hellen behaarten Streifen. Die roten Blüten entspringen in den Blattachseln. Blütezeit der Krähenbeere ist von Mai bis Juni. Die saftige Steinfrucht ist glänzend schwarz.

Die Krähenbeere unterteilt sich in Finnland in zwei Unterarten: Die Zwittrige Krähenbeere (E. nigrum ssp. hermaphroditum) ist einhäusig, und am Grund der Frucht stehen häufig vertrocknete Staubblätter. Die Beeren sind groß und liefern hohe Erträge. Die Blätter der Zwittrigen Krähenbeere sind dunkelgrün und an der Unterseite befindet sich eine tiefe Längsfurche. Die Gewöhnliche Krähenbeere (E. nigrum ssp. nigrum) ist zweihäusig und wächst dicht über dem Boden. Am Grund der Frucht sind keine Staubblätterreste zu erkennen. Die Beeren sind kleiner und liefern nur selten größere Erträge. Die Blätter sind gelbgrün und haben an der Unterseite keine Längsfurche.

Standorte:
Die Krähenbeere wächst vor allem in trockenen, halbtrockenen und frischen Heidewäldern sowie auf Torfmooskuppen in Aapa-Mooren (Niedermoortyp).

Ernteperiode:
Die Krähenbeere hat eine lange Ernteperiode. Sie kann von Ende Juli bis zum ersten Schnee gesammelt werden. Die beste Zeit zum Sammeln ist Anfang August. Die Beeren von winterannuellen Pflanzen können auch im Frühjahr gepflückt werden. Die höchsten Ernteerträge werden in Nordfinnland, Ostbottnien und Nordkarelien erzielt. Die Krähenbeere blüht besonders gut und trägt am besten Früchte in spärlich bewaldeten oder kargen offenen Heidegebieten und trockenen Heidewäldern.

Nährwert:
Die Krähenbeere ist eine gute Quelle für Ballaststoffe. 100 g Krähenbeeren enthalten ebenso viele Ballaststoffe wie z. B. etwa 50 g Rosinen. Diese ausgezeichnete Eigenschaft der dunklen Beere verbirgt sich hinter den Anthocyanverbindungen, von denen die Krähenbeere fast ebenso viel aufweist wie die Wildheidelbeere. In der Krähenbeere wurden auch Proanthocyanidine nachgewiesen, die sich besonders reichhaltig in der Preiselbeere finden.

Verwendung:
Krähenbeeren lassen sich zu wohlschmeckendem Saft oder zusammen mit Heidelbeeren, Alpen-Bärentrauben, Rauschbeeren und Schwarzen Johannisbeeren zu Mischsäften verarbeiten. Die Beere, die mild im Geschmack ist und Speisen eine blauviolette Färbung verleiht, eignet sich – entweder allein oder in Verbindung mit anderen Beeren – als Rohstoff für Backwaren, Beerensuppen, Breie und Milchmixgetränke. Krähenbeeren können auch zu Kompott, Gelee oder Marmelade verarbeitet werden.

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